Heizkosten sparen – Tipps zum Sparen im Winter

Mit diesen Tipps lassen sich in der kalten Jahreszeit Heizkosten sparen.
Aktualisiert am: 30.10.20247 Min. Lesezeit
Eine Frau lehnt an einem Heizkörper und schaut auf ihr Smartphone

Kühl oder warm? Welche Raumtemperatur ist am angenehmsten?

Wenn die Temperaturen draußen sinken, beginnt auch in den Wohnungen die Heizsaison. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Heizenergieverbrauch reduzieren, ohne auf ein angenehmes Raumklima verzichten zu müssen. Die folgenden Tipps zeigen, wie sich Heizenergie und damit auch Heizkosten sparen lassen.

1. Die richtige Heiztemperatur

Welche Raumtemperatur ist sinnvoll? Heizkosten machen in etwa ein Drittel der Energiekosten pro Jahr aus. In der kalten Jahreszeit wird in Wohnräumen mehr geheizt, insbesondere wenn im Homeoffice gearbeitet wird. Deshalb ist es wichtig, dass für jeden Raum bedarfsgerecht die richtige Heiztemperatur gewählt wird:

  • In Wohnräumen sollte die Zimmertemperatur 20 °C nicht überschreiten, in vielen Fällen sind auch 18 °C ausreichend. Wichtig ist die sogenannte Behaglichkeit, die unter anderem von der Temperatur der Wand- und Fensteroberflächen im Innenraum abhängt.
  • Im Badezimmer wird meist eine etwas höhere Temperatur zwischen 22 und 23 °C als angenehm empfunden.
  • Auch Kinderzimmer dürfen auf bis zu 22 °C geheizt werden. Im Schlafzimmer genügen 15 bis 16 °C, je nach individuellem Wärmeempfinden auch weniger.
  • Auch in der Küche können 17 °C ausreichend sein.
  • Wenig genutzte Räume können niedriger temperiert werden. Dabei sollten sie jedoch nicht zu stark auskühlen.
  • Die passende Raumtemperatur muss dabei nicht ausschließlich am Thermometer festgemacht werden: Oft reichen niedrigere Temperaturen aus, um ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Bei längerer Abwesenheit kann die Raumtemperatur um mindestens 3 °C abgesenkt werden.
  1. Tipp: Raumtemperatur senken

    Als Faustregel gilt: Wird die Raumtemperatur während der Heizperiode um 1 °C gesenkt, kann der Heizenergieverbrauch um rund 6 % sinken. Die tatsächliche Einsparung hängt unter anderem vom Gebäude und vom Heizverhalten ab.

2. Räume nicht zu stark auskühlen lassen

Auch zu niedrige Raumtemperaturen sind nicht empfehlenswert. Sobald die Temperatur unter 12 °C sinkt, dauert es länger, die Räume wieder auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Außerdem steigt in Räumen, die nie richtig beheizt werden und ständig zu kalt sind, die Gefahr von Schimmelbefall.

3. Türen zu wenig beheizten Zimmern schließen und richtig Lüften

Prinzipiell sollten die Türen zu Räumen, die niedrig temperiert werden, geschlossen gehalten werden. Ansonsten kühlen die Zimmer, die auf eine höhere Temperatur geheizt werden, aus, da die warme Luft in die kühleren Räume zieht. Umgekehrt werden die Räume, die kühl bleiben sollen, unnötig erwärmt. Außerdem sollte alle drei Stunden kräftig für wenige Minuten durchgelüftet werden. Für einen raschen Luftaustausch eignen sich gegenüberliegende geöffnete Fenster.

Ständig gekippte Fenster sollten vermieden werden. Richtiges Lüften verbessert die Luftqualität und kann gegenüber dauerhaft gekippten Fenstern Heizenergie sparen. Denn eine Dauerlüftung kann unangenehm trockene Luft und in Extremfällen auch Bauschäden verursachen. Schlafzimmer sollten vor allem auch morgens gelüftet werden, damit die Feuchtigkeit, die über Nacht angefallen ist, abziehen kann.

4. Die Heizung nicht zustellen

Radiatoren-Heizkörper mit Raumthermostat.

Damit Heizkörper die Wärme effizient an den Raum abgeben können, sollten sie freigehalten werden. Möbel vor Heizkörpern können die Wärmeabgabe beeinträchtigen. Auch Vorhänge, Gardinen oder Vertäfelungen können sich negativ auf die Wärmeabgabe auswirken.

Auch Staub kann die Wärmeabgabe beeinträchtigen. Staub, der sich auf und zwischen den Lamellen eines Stahlblech-Heizkörpers sammelt, beeinträchtigt dessen Leistung. Die Reinigung mit einer Heizkörperbürste oder einem Staubsauger kann selbst durchgeführt werden und die Wärmeabgabe verbessern.

Wichtig: Um Verbrennungen zu vermeiden, sollte der Heizkörper dabei abgedreht sein. Auch staubempfindliche Menschen und Allergiker*innen können von regelmäßig gereinigten Heizkörpern profitieren.

5. Teppiche verbessern das Wärmeempfinden

Wird die Wohnung mit Heizkörpern und nicht mit Fußbodenheizung geheizt, können sich glatte Böden aus Fliesen, Stein oder Holz schnell kalt anfühlen. Durch das Auslegen von Läufern und Teppichen wird das Kälteempfinden verändert. Das warme Gefühl am Boden führt dazu, dass die Raumtemperatur als bis zu zwei Grad wärmer empfunden wird. Folglich kann die Heizung um zwei Grad niedriger eingestellt werden.

6. Thermostatventile am Heizkörper

Frauenhand dreht an Heizkörperthermostat

Thermostatventile an den Heizkörpern ermöglichen eine bedarfsgerechte Regelung der Raumtemperatur. Sind sie nicht vorhanden, lassen sie sich häufig kostengünstig nachrüsten. Sie regeln abhängig von der Raumtemperatur automatisch den Heizwasserzulauf zum Heizkörper. Dabei berücksichtigen sie auch Wärmequellen wie Sonne, Elektrogeräte und Personen. So lassen sich Energieeffizienz und Wohnkomfort miteinander verbinden.

Hinweis: Ist ein Raumthermostat installiert, sollte kein zusätzliches Thermostatventil verwendet werden. Ist dennoch eines vorhanden, muss es vollständig geöffnet sein.

  1. Tipp: Heizkörper-Thermostatventile nicht zudrehen

    Für eine lange Lebensdauer sollten Heizkörper-Thermostatventile in den Sommermonaten nicht zugedreht werden.

7. Heizkörper entlüften

Auch die Wartung der Heizgeräte hat maßgeblichen Einfluss auf Heizleistung und Effizienz. Es ist wichtig, dass Heizkörper in regelmäßigen Abständen entlüftet werden, vor allem wenn diese nicht mehr ganz warm werden oder beginnen zu gluckern. Das gilt auch für die Fußbodenheizung. Bei Fernwärme ist die Entlüftung von Heizkörpern nicht notwendig, hier erfolgt die Wartung zentral. Im Idealfall werden Heizungen einmal im Jahr, bevor die Heizperiode beginnt, entlüftet. Hierfür gibt es einen speziellen Schlüssel.

Mit Hilfe dieser Maßnahme können die Heizkosten um bis zu 15% gesenkt werden. Ebenso muss dafür gesorgt werden, dass in die Heizungsanlage regelmäßig Wasser nachgefüllt wird.

  1. Tipp: Heizkörper richtig entlüften

    Heizkörper sollten regelmäßig entlüftet werden, idealerweise vor Beginn der Heizsaison. Das Entlüften erfolgt in wenigen Schritten:

    1. Heizkörper oberflächlich reinigen (absaugen, abstauben)
    2. Heizkörperventile/Thermostatventile aufdrehen (höchste Stufe)
    3. Heizungsanlage ausschalten (danach ca. eine halbe Stunde warten)
    4. Entlüften über das Entlüftungsventil (Behälter zum Auffangen von Wasser bereitstellen)
    5. Wasserdruck prüfen (der eigenen Heizungsanlage)

    Hinweis: Fernwärmebetriebene Heizungen werden automatisch entlüftet.

    Werden jedoch trotzdem Wärmeeinbußen vermutet, empfiehlt sich eine Abklärung mit dem Wien Energie Störungsdienst.

    Richtig entlüften
  2. Fußbodenheizung

    Auch Fußbodenheizungen sollten regelmäßig gewartet werden. Hierbei ist das Gleiche Vorgehen zu beachten wie bei gewöhnlichen Radiatoren.

8. Fenster und Türen abdichten

Sonnenuntergang Schlafzimmer

Wesentlich für Einsparungen ist die Wärmedämmung der Wohnung. Dichte Fenster und Türen mit Wärmeschutz halten die Wärme im Raum und können den Energieverbrauch der Heizung reduzieren. Gut gedämmte und dichte Fenster können Wärmeverluste deutlich reduzieren. Auch kleinere Maßnahmen können den Wärmeverlust reduzieren. So sollten die Fensterrahmen überprüft werden und wenn die Rahmen undicht sind und kalte Luft hereinströmt, sollten die Fenster abgedichtet werden.

Ob die Fenster noch richtig abdichten, lässt sich einfach testen: Dazu ein Blatt Papier zwischen Fensterflügel und Fensterstock klemmen und versuchen, es bei geschlossenem Fenster herauszuziehen. Bleibt das Papier stecken, besteht kein Handlungsbedarf. Lässt es sich aber herausziehen, dann dichten die Fenster nicht mehr richtig ab. Mögliche Gründe hierfür können poröse Dichtungen, ein zu niedriger Anpressdruck des Fensters oder verzogene Fensterrahmen sein. Aufklebbare Isolierbänder können Abhilfe schaffen. Absolut dichte Fenster können eine Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent bringen.

9. Raumtemperatur bewusst reduzieren

Auch die Kleidung beeinflusst das persönliche Wärmeempfinden. Wärmere Kleidung kann dazu beitragen, sich bei einer niedrigeren Raumtemperatur weiterhin wohlzufühlen und dadurch Heizenergie zu sparen.

10. Jalousien, Rollos und Vorhänge nachts geschlossen halten

Zu später Stunde sinkt die Temperatur ab. Deshalb sollte besonders in der Nacht darauf geachtet werden, dass keine Wärme nach draußen gelangt. Geschlossene Jalousien, Rollos und Vorhänge dienen als Wärmedämmung. Die Fenster werden so zusätzlich isoliert und der Wärmeverlust über die Fenster wird reduziert.

Fazit: Heizkosten sparen mit einfachen Maßnahmen

Schon kleine Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, Heizenergie und damit Heizkosten zu sparen. Eine passende Raumtemperatur, richtiges Lüften, frei stehende Heizkörper und möglichst geringe Wärmeverluste sind dabei wichtige Faktoren. Entscheidend ist, die Maßnahmen an die jeweilige Wohnsituation und das Heizsystem anzupassen.

Weitere Informationen und Beratung rund ums Heizen bieten die Energieberater*innen von Wien Energie. Zusätzlich stehen der Energiesparcheck und der Heizungs-Check zur Verfügung. Mit dem Heizungs-Check lässt sich die Effizienz der bestehenden Heizung ermitteln.

Häufige Fragen zum Heizkosten sparen